KI in der Softwareentwicklung: Teil 3
15.06.2026
David
David
KI in der Softwareentwicklung: Teil 3
Mein neuer Alltag als Softwareentwickler
Wir haben Anfang des Jahres damit begonnen, KI für Collax zu evaluieren, und seitdem hat sich mein Alltag als Softwareentwickler dramatisch verändert. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass KI die Art und Weise, wie ich arbeite, revolutioniert hat. Hier sind einige der wichtigsten Veränderungen, die ich erlebt habe:
Fremde/Legacy Codebases kosten kaum noch Zeit
Was früher Tage des Einlesens bedeutete, dauert heute Stunden. Ich lasse mir die Struktur erklären, stelle Fragen, frage nach Abhängigkeiten. Und bin produktiv, bevor ich überhaupt die wichtigsten Dateien selber gelesen habe.
Debugging ist ein Dialog geworden
Statt alleine vor einem Stacktrace oder einer Logdatei zu brüten, beschreibe ich das Problem und gebe grobe Hinweise darüber, wo ich das Problem vermute. Das Modell stellt Gegenfragen, schlägt Hypothesen vor, und hilft mir, meine eigenen blinden Flecken zu sehen.
Wiederkehrender Code existiert nicht mehr
Schnittstellen, Datenbankmigrationen, Tests - die schreibe ich nicht mehr selbst. Die KI erledigt diese Aufgaben in wenigen Minuten - strukturierte, wiederholende Abläufe sind ihre Stärke. Das gibt mir mehr Zeit, mich auf die kreativen und komplexen Aspekte der Softwareentwicklung zu konzentrieren.
Minibus: Ein Praxisbeispiel
Den größten Einfluss auf die Entscheidung, KI in unseren Entwicklungsprozess zu integrieren, hatte die Entwicklung eines neuen Daemons, den wir für ein neues Feature brauchten. Es war ein komplexes Projekt, das viele verschiedene Technologien und Komponenten involvierte. Ohne KI hätte ich wahrscheinlich Wochen damit verbracht, die Architektur zu planen, den Code zu schreiben und zu debuggen. Mit KI konnte ich das Projekt in wenigen Tagen abschließen, und das Ergebnis war sogar besser als erwartet. Das Projekt minibus ist seit dem Release 7.2.40 produktiv im Einsatz und wird in Zukunft eine wichtige Rolle in unserer Infrastruktur spielen. Minibus kümmert sich um den Ablauf von lang laufenden Aktionen im Hintergrund wie z.B. das Anlegen von Docker-Containern.
Die unbequeme Wahrheit für Junior-Entwickler
Ich bin bei Collax nicht nur für Entwicklungsaufgaben zuständig, sondern auch für die Ausbildung von Nachwuchskräften. Und so ehrlich muss man sein: Für Junior-Entwickler wird es richtig eng. Nicht weil sie schlechte Entwickler wären. Sondern weil die Aufgaben, die früher Berufseinsteigern gegeben wurden, heute von einem KI-Modell erledigt werden. Schneller, günstiger, ohne Einarbeitung. Einfache Features umsetzen, Boilerplate schreiben, bestehenden Code anpassen und debuggen übernimmt jetzt die KI.
Das bedeutet nicht, dass kein Nachwuchs mehr gebraucht wird. Aber der Einstieg in die Branche wird schwieriger. Der Weg vom Anfänger zum erfahrenen Entwickler führte immer über diese einfachen Aufgaben. Dieser Pfad wird schmaler.
Fazit: Collax benutzt in Zukunft KI für die Entwicklung und Pflege von Software
Für uns ist klar: KI ist nicht mehr nur ein nettes Add-on, sondern ein unverzichtbares Werkzeug für die Softwareentwicklung. Es ermöglicht uns, schneller, effizienter und kreativer zu arbeiten. Wir werden weiterhin in die Entwicklung von KI-Tools investieren und sie in unseren Entwicklungsprozess integrieren, um sicherzustellen, dass wir immer auf dem neuesten Stand der Technik bleiben und unseren Kunden die bestmöglichen Produkte liefern können.
Bemerkenswert an dieser Stelle ist die Aufholjagd, die Open Weights Modelle in den letzten Monaten hingelegt haben. Besonders das Kimi-K2.6 Modell von Moonshot AI hat es uns zusätzlich angetan.
Dies ist das Ende der Blogserie über KI in der Softwareentwicklung. Ich hoffe, dass unsere Erfahrungen und Einblicke für andere Entwickler und Unternehmen hilfreich sind, die ebenfalls überlegen, KI in ihre Entwicklungsprozesse zu integrieren.
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